16/08/2026
Auf meiner Werkbank liegt gerade ein Boulder-Opal. Noch feucht vom Schleifen, die tiefen Furchen voller Wasser. Jedes Mal, wenn ich ihn in der Hand drehe, blitzt an einer anderen Stelle Farbe auf. Nichts an ihm ist gleichmäßig – und genau das fasziniert mich.
Ich mag Steine, die ihre Geschichte nicht verstecken. Kleine Krater, raue Stellen, Übergänge von matt zu glänzend. Und irgendwo dazwischen dieses tiefe Leuchten, das sich erst zeigt, wenn das Licht im richtigen Winkel darauf fällt.
Manchmal denke ich, bei uns Menschen ist es genau andersherum.
Wir versuchen oft, nach außen möglichst glatt zu wirken. Freundlich. Belastbar. Unauffällig. Wir möchten funktionieren, niemandem zur Last fallen und möglichst nirgends anecken.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Im Beruf zuverlässig sein, in der Familie verständnisvoll, im Freundeskreis unkompliziert. Und wenn dann doch einmal eine Kante von dir sichtbar wird, meldet sich sofort dieser leise Gedanke: War das jetzt zu viel?
Dabei steckt hinter all dem etwas so Menschliches. Wir wünschen uns Verbindung. Wir möchten geliebt werden, dazugehören und niemanden verlieren, nur weil wir zeigen, wer wir wirklich sind. Und vielleicht hat uns dieses Glattsein sogar lange geholfen, durch schwierige Zeiten zu kommen.
Wenn ich den zerfurchten Opal in der Hand halte, erinnert er mich daran, dass gerade seine Unebenheiten den Raum für sein inneres Leuchten schaffen. Seine Schönheit springt einen nicht sofort an. Sie zeigt sich langsam, Schicht für Schicht – genau wie bei Menschen, die sich sicher fühlen dürfen.
Vielleicht müssen wir gar nicht überall glatt sein.
Immer wenn ich diesen Stein in die Hand nehme, frage ich mich, warum wir bei einem Stein die Furchen und Ecken so selbstverständlich als Teil seiner Schönheit sehen – bei uns selbst aber oft nur das entdecken, was wir am liebsten verändern würden.
Ich wünsche mir, dass wir lernen, uns mit derselben Sanftheit zu betrachten. Ich glaube, wir hätten es verdient.
✨️ Wenn dich solche Gedanken begleiten, dann folge mir gerne. Hier geht es um Steine, ihr Geschichten und immer wieder auch um die kleinen Dinge, die sie uns über uns se