08/08/2019
In Ladakh herrscht derzeit Aufruhr und grosse Sorgen.
Die Modi Regierung hat am Montag im Parlament ein Gesetz durchgesetzt, dass Jammu & Kashmir den Sonderstatus aberkennt. Das Gebiet soll zukünftig von Delhi als Union Terrritory verwaltet werden. Der Präsident hat das Dekret in einem Eilverfahren unterschrieben und die Vorkehrungen für die verwaltungsrechtlichen Massnahmen sind eingeleitet.
Für Ladakh - ein Nebenaspekt dieser komplizierten Thematik - war das ein historischer Tag. Aber mit welchen Folgen?
Über Jahrzehnte haben sich die Ladakhis die kashmirische Verwaltung Kashmiris aus dem Tal gewünscht. Jetzt naht der Tag, an dem das Realität wird. Die Menschen in Ladakh und noch wichtiger ihre politischen Führer sind unvorbereitet. In den sozialen Medien wird heftig debattiert. (Siehe dazu FB Page LADAKAH IN THE MEDIA.)
Die offenen Fragen sind: Was passiert mit dem Distrikt Kargil, das zu Ladakh gehört, aber mehrheitlich muslimisch ist? Soll dieser Distrikt abgetrennt werden, obwohl kulturell - v.a. die Sprache und Lebensweise - grosse Gemeinsamkeiten existieren? Was bedeutet es für den Leh-Disktrikt, wenn der Landerwerb für die Investoren aus Restindien erlaubt wird?
Es sind viele existentielle Fragen, die grosse Unsicherheit auslösen. Ganz zu schweigen von der einen, ganz grossen Frage: Kommt es zu einem Konflikt zwischen Pakistan und Indien?
Hoffen wir, dass alles friedlich bleibt.
https://www.nzz.ch/meinung/kaschmir-indien-verspricht-demokratie-demuetigt-jedoch-muslime-ld.1500124?mktcid=smsh&mktcval=Twitter
Die indische Regierung hat bei der Aufhebung der Teilautonomie Kaschmirs vor allem ihre eigene religiös-nationalistische Basis im Auge. Sie nimmt in Kauf, die gewalttätigen Separatisten in der umkämpften Region zu stärken.